Montag, 8. Oktober 2012

Volkmar Weiss

Ich war jetzt auf der Website von Volkmar Weiss, nachdem ich in einem Diskussionbeitrag in einem Internetforum darauf hingewiesen hatte, dass in der Sowjetunion IQ-Tests verboten waren und eine zitierfähige Quelle für diese Aussage benötigte. Die klaren Worte zu verschiedenen die Intelligenz betreffenden Themen waren wohltuend, insgesamt habe ich nach Durchsicht der meisten Seiten aber nicht viel in Erinnerung behalten, das ich nicht schon vorher gewusst hätte. Weiss erweckt den Eindruck, ein Konservativer zu sein, und dass er eine Utopie über die Entwicklung Europas nach dem Sieg der Nazis im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat, bezeugt seine Faszination für diese Ideologie, womit ich ihm aber keineswegs Sympathien dafür unterstellen möchte (man kann auch von dem, was man zutiefst ablehnt, fasziniert sein). Insgesamt hinterlässt das Ganze einen eher schalen Nachgeschmack. Weiss ist vom Thema IQ besessen; dem Ganzen liegt offenbar die Annahme zugrunde, dass es unbedingt hochbegabter Menschen bedürfe, um bestimmte Leistungen hervorzubringen, von denen das Überleben der gesamten Gesellschaft abhängig sei. Dass ich diese Meinung nicht teile, habe ich in einem Aufsatz dargelegt ("Bedarf es einer Elite?"). Ich habe den Eindruck, dass Weiss zu jenen gehört, die es für den Sinn des Lebens erachten, einem Beruf nachzugehen, eine Familie zu gründen und möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, um das Volk zu erhalten. Dem möchte ich gegenüberstellen, dass es wohl notwendig ist, sich fortzupflanzen, wenn die Menschheit nicht aussterben soll (solange es nicht gelingt, die Lebensspanne der Menschen ins Unendliche zu verlängern), aber die Frage, wer sich fortpflanzt, wohl nur insofern von Bedeutung ist, als es nicht ausreicht, wenn sich nur Personen fortpflanzen, deren körperliche und/oder geistige Leistungsfähigkeit nicht ausreicht, um einem sinnvollen Beruf nachzugehen. Keinesfalls finde ich, dass Hochbegabte verpflichtet sind, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, um auf diese Weise den Genpool zu verbessern. Es sollte jedem überlassen sein zu entscheiden, ob er sich vermehren möchte. Wie in meinem oben erwähnten Artikel erläutert, halte ich es auch keineswegs für notwendig, hochbegabt zu sein, um bestimmten Berufen nachgehen zu können.

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