Dienstag, 30. Oktober 2018

Warum es Hochbegabte oft schwer haben

Seit vier Jahren arbeite ich in einer Firma, in der ich für mich sehr günstige Arbeitsbedingungen genieße. Wenn man derart verwöhnt ist, läuft man Gefahr, den Blick für die Realität zu verlieren - nämlich, dass es einem wesentlich schlechter gehen könnte und es vielen Menschen tatsächlich viel schlechter geht, obwohl sie es nicht verdient haben.

Gerade Hochbegabte haben es oft sehr schwer, nämlich dann, wenn sie mit anderen Menschen zusammenarbeiten müssen. Viele Vorgesetzte und Kollegen wollen keine Mitarbeiter, die klüger sind als sie selbst, weil sonst Gefahr bestünde, dass ihre Autorität untergraben würde. Dadurch geraten Hochbegabte oft in die Situation, besonders genau beobachtet zu werden. Man möchte erkennen, welche Schwächen sie haben, und die vermeintlichen oder tatsächlichen Schwächen im Notfall nutzen, um zu begründen, warum der Hochbegabte angeblich nicht als Mitarbeiter geeignet sei.

Dienstag, 23. Oktober 2018

What our system suffers from

Our whole system suffers from the fact that there are more people in every profession who have the appropriate qualifications than there are people who are needed in the labour market.

Once upon a time there were so few high school graduates that nobody who had a high school diploma had to worry about ever becoming unemployed.

Today, not even a doctorate is enough to make sure that you will be successful in life.

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Woran unser System krankt

Unser ganzes System krankt daran, dass es in jeder Berufssparte mehr Leute gibt, die die entsprechenden Qualifikationen erfüllen, als solche, die am Arbeitsmarkt gebraucht werden.

Es gab einmal eine Zeit, da gab es so wenige Maturanten, dass niemand, der Matura hatte, sich Sorgen zu machen brauchte, jemals arbeitslos zu werden.

Heute reicht nicht einmal die Promotion, um sicher zu gehen, dass man im Leben Erfolg haben wird.

Freitag, 19. Oktober 2018

My Reading List 2018

In 2018, I read the following books:

1. Auf der Suche nach der Wahrheit (Hans-Werner Sinn, 2018). A rather nice autobiography of somebody who took school seriously and worked hard enough to ultimately become a professor and a man of reason.

2. The President Is Missing (Bill Clinton & James Patterson, 2018). I have not read this completely yet, it is a bit cliché-loaden.

3. Das Putin-Syndikat (Margareta Mommsen, 2017). This book describes how government works in Russia.

4. Mein Weltbild (Albert Einstein, 1949). A lot of clever thoughts.

5. Unsere Revolution (Bernie Sanders, 2016). Original Title: Our Revolution. Sanders describes what makes an American engage in politics as a socialist. Interesting.

6. Der Mythos vom starken Führer (Archie Brown, 2018). Original Title: The Myth of the Strong Leader. A book about political leaders, with many redundant passages.

7. Triumph und Tragödie (Simon Ings, 2016). Original Title: Stalin and the Scientists. How science suffered from Stalin's rule.

8. Der seltsamste Mensch (Graham Farmelo, 2009). Original Title: The Strangest Man. A biography of Paul Dirac. In the afterword, the hypothesis that he might have been an Aspie is raised.

9. Quantencomputer (Christian J. Meier, 2015). A gentle introduction to the topic.

10. Lost in Math (Sabine Hossenfelder, 2018). Quite a disappointment. Maybe because, for some reason, physics has never really fascinated me.

11. Die Welt im Jahr 2035 - Gesehen von der CIA (2018). Original Title: Global Trends. A lot of interesting analyses and predictions about the future.

12. Der Teil und das Ganze (Werner Heisenberg, 1969). A very good autobiography containing a lot of clever thoughts.

13. Schwacher Staat im Netz (Martin Schallbruch, 2018). It is a book about the weak control the government supposedly has over the Net. At the same time it does not mention how intelligence agencies are using the Net to monitor citizens.

14. Ein Jahrhundertdenker (Kurt Salamun, 2018). A biography of Karl Popper.

15. Hacking Europe (Gerard Albert et al., 2014). A book about the demoscene.

16. The Second Machine Age (Erik Brynjolfsson & Andrew McAfee, 2014). A book about artificial intelligence and how it will change the way human beings live together.

17. Rise of the Robots (Martin Ford, 2015). Similar as the previously mentioned book.

18. Schulden - Die ersten 5000 Jahre (David Graeber, 2011). Original Title: Debt - The first 5,000 Years. A very detailed and thorough book about economics and especially the issue of debt.

19. Retrogame Archeology (John Aycock, 2016). An interesting book about programming tricks used in old computer and video games.

20. The Fourth Industrial Revolution (Klaus Schwab, 2016). I admit I have not really read this one yet, but I am planning to do so.

21. Reverse Engineering the Mind (Florian Neukart, 2016). A very good introduction to machine learning as well as other paradigms of computational intelligence, such as evolutionary algorithms.

22. Niemals alt (Aubrey de Grey, 2010). Original Title: Ending Aging. A book about projects to stop senescence.

23. A Brilliant Darkness (Joao Magueijo, 2009). A biography of Ettore Majorana.

24. Mir nach, ich folge Euch! (Florian Willet, 2018). A book about modern-day German politics.

25. Geschichte des politischen Denkens (Otfried Höffe, 2016). Similar to John Rawls' book on the history of political philosophy, this covers a couple of important thinkers, including John Rawls.

26. Die ganze Geschichte (Yanis Varoufakis, 2017). Original Title: Adults in the Room. The tragedy of modern-day Greece.

27. Benita - Wo ein Wille, da ein Weg (Benita Ferrero-Waldner, 2018). Autobiography.

28. Sigmund Freud (Peter-André Alt, 2016). Biography.

29. Tesla (W. Bernard Carlson, 2016). Biography.

30. Winzige Gefährten (Ed Yong, 2018). Original Title: I contain Multitudes. A popular-scientific book on microbiology.

31. Hit Refresh (Satya Nadella, 2017). Autobiography of the current CEO of Microsoft.

32. Biologie von Parasiten (Richard Lucius & Brigitte Loos-Frank, 2008). A medical textbook on parasitology.

33. Der symbiotische Planet (Lynn Margulis, 2018). Original Title: The Symbiotic Planet. A book about the endosymbiont theory, very good.

34. Couragiert gegen den Strom (Sahra Wagenknecht, 2017). An interview with Sahra Wagenknecht about her life and her political views.

35. Die Herrscher der Welt (Bernhard Kegel, 2015). Another book on microbiology. Unfortunately the author does not really have a great writing talent.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Über den Sinn des Lebens

Vor kurzem habe ich eine Video Lecture über den Sinn des Lebens gehalten. Diese kann hier auf YouTube gefunden werden. Es folgt das Transkript:

Ich möchte einmal grundsätzlich über philosophische Fragen sprechen, die jeden betreffen. Die Hauptfrage ist: Warum gibt es uns Menschen, und welchen Sinn hat das ganze Leben, beziehungsweise welches Ziel verfolgt die Tatsache, dass es Menschen gibt, dass Menschen geboren werden, sich fortpflanzen und sterben?

Grundsätzlich bin ich mittlerweile der Meinung, dass es gar nicht einmal so viel Sinn hat, sich großartig Gedanken zu machen, was die Menschheit im Gesamten betrifft, sondern es wichtiger ist, sich eigene Ziele zu definieren und diese Ziele zu verfolgen. Ob diese Ziele im Sinne der Evolution oder des Schöpfers (je nachdem, wie man es ausdrücken will) richtig sind, kann man nicht beurteilen.

Bei Diskussionen, die ich im Internet geführt habe, hat mich anfangs immer wieder die Ansicht irritiert, dass angeblich eine religiöse Erziehung notwendig wäre, um die Leute zu moralischem Handeln zu befähigen. Das habe ich zuerst nicht verstanden, weil ich selbst nicht religiös erzogen worden bin. Dennoch habe ich nie einen Mord, nie einen Diebstahl begangen und war eigentlich immer brav. Ich habe also schon nach moralischen Prinzipien gehandelt. Erst mit der Zeit bin ich darauf gekommen, was diese Leute eigentlich gemeint haben: Sie haben gemeint, wenn man nicht an einen Gott glaubt, dann glaube man im Prinzip nicht an eine höchste Autorität, die absolut ist. Gott ist sozusagen eine absolute Autorität, das heißt, man darf nicht gegen den Willen Gottes handeln. Wenn man nicht an Gott glaubt, stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt eine höchste moralische Autorität? Könnte nicht jeder selbst definieren, nach welchen Prinzipien er leben will? Das habe ich mittlerweile erkannt. Aber was diese Leute nicht begriffen haben, ist einfach die Tatsache, dass erstens einmal nicht alle Menschen so sind, dass sie sich unbedingt vor einer Autorität fürchten müssen oder nur durch die Furcht vor einer Autorität zu bestimmten Handlungsweisen gezwungen werden; die zweite Sache ist, dass es ohnehin auch für diejenigen, die nicht gläubig sind, eine gewisse Autorität in Form des Rechtsstaates gibt - wer gegen die Gesetze des Staates verstößt, macht sich strafbar. Auch das sollte eine gewisse Motivation zu moralischem Handeln darstellen.

Die Argumentation hat mich zumindest zu der Einsicht gebracht, dass man an eine gewisse absolute Autorität glauben muss, wenn man rechtfertigen will, dass gewisse Dinge gemacht werden müssen oder nicht gemacht werden dürfen. Wenn man alles relativiert, kann man nicht letztgültig begründen, warum man so oder so handelt. Aber auch wenn es diese Religionsgemeinschaften und ihre Anhänger gibt, die an bestimmte moralische Autoritäten glauben, so gibt es ja verschiedene von ihnen, und jede glaubt an eine andere Lehre. Damit haben wir zwar verschiedene Lehren, die alle den Anspruch erheben, absolut zu sein, aber trotzdem haben wir eine Vielfalt. Und diese Vielfalt führt dazu, dass diese Lehren miteinander in Konkurrenz treten. Manche Leute haben die Möglichkeit, die Gemeinschaft zu wechseln; andere haben diese Möglichkeit nicht. Manche sind gezwungen, einer Gemeinschaft anzugehören, ob sie wollen oder nicht. Das kann unter Umständen auch dazu führen, dass sie gegen ihre persönlichen Prinzipien handeln müssen, was eigentlich keine gute Sache ist - eine mangelnde Kongruenz; in der Realität kommt auch das vor.

Die Frage, von der ich gesagt habe, dass man sie sich nicht unbedingt stellen solle, ist die, welches Ziel die Menschheit als Ganzes hat. Denn: Wir sind Individuen, und wir können nicht das Schicksal der gesamten Menschheit bestimmen. Wir können eigentlich nur unser eigenes Schicksal teilweise beeinflussen und das unserer Umgebung - derjenigen Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten. Natürlich beeinflusst alles jedes - normalerweise aber nur auf eine sehr geringe Art und Weise.

Das heißt, der Mensch sollte sich Ziele setzen, er sollte überlegen, wie er diese Ziele erreichen kann, und er sollte darauf hinarbeiten, diese Ziele zu erreichen. Das ist es, was ich jedem Menschen empfehlen würde.

Ob die Menschheit als Ganzes ein Ziel habe, ist eine Sache, über die man spekulieren kann. Ich habe gesagt, man sollte sich nicht die Mühe machen, darüber zu spekulieren, aber man kann es tun. Man kann zum Beispiel überlegen: Vielleicht ist es so wie im Computerspiel "Super Bomberman", dass derjenige gewinnt, der als letztes übrig bleibt. Das heißt, derjenige ist ein Sieger, dessen Gene im letzten Menschen, der auf dieser Welt herumwandelt, noch vorhanden sind, wann auch immer das der Fall sein wird. Könnte sein, ja! Auch die Aussage, es gehe darum, seine Gene weiterzugeben, ist diskussionswürdig. Denn: Nach ein paar Generationen sind ohnehin die Gene so stark vermischt, dass von einem selbst nur mehr wenig übrig bleibt. Ob sich die Menschheit in eine bestimmte Richtung entwickeln sollte - sagen wir einmal: sie sollte körperlich und geistig über immer höhere Fähigkeiten verfügen -, weiß ich nicht, und ich glaube auch nicht, dass man das wissen kann. Woher soll man wissen, ob das so sein sollte? Es gibt vielleicht manche Menschen, die das gerne hätten, aber funktioniert es? Man denke an den Flynn-Effekt, der sich ja in den letzten Jahrzehnten sogar umgedreht hat. Dieser besagt, dass die Leute im Durchschnitt eine höhere Anzahl von Aufgaben in Intelligenztests lösen können als früher - und mittlerweile ist es wieder umgekehrt! Mittlerweile schaffen die Menschen im Durchschnitt weniger. Das heißt, dass es offenbar eine Zeitlang gegeben hat, in der die Menschen immer klüger geworden sind, aber jetzt ist das nicht mehr der Fall. Es ist die Frage: Ist das im Sinne der Evolution? Ist Evolution immer die Entwicklung zu etwas Höherem? Oder ist Evolution nicht vielmehr einfach die Entwicklung an sich, wobei man nicht genau sagen kann, in welche Richtung sie sich entwickelt? Ich meine: Das hängt auch mit Eugenik und Dysgenik zusammen. Wenn man sagt, die guten Erbanlagen sollten sich vermehren und die schlechten nicht, beziehungsweise dass die schlechten Erbanlagen überhand nehmen (was mit Dysgenik gemeint wäre), dann ist dazu zu sagen, dass es erstens einmal subjektiv ist, was gute Erbanlagen sind, und zweitens stellt sich auch die Frage, wem das Ganze nützt. Nützt es einem Individuum? Ist es wirklich so, dass jedes Individuum, welches Nachkommen in die Welt gesetzt hat, die wiederum Nachkommen in die Welt gesetzt haben, deren Nachkommen im letzten Menschen weiterleben, gesiegt hat? Sind das die Sieger? Sind sie das wirklich? Sie sind doch immerhin tot, oder?

Das Individuum lebt wahrscheinlich einmal, dann geht es zugrunde. Warum sollte man sich groß Gedanken darüber machen, was danach kommt oder was das Ziel des Ganzen ist? Es könnte auch sein, dass es letzten Endes eine Art Bilanz gibt, nachdem man gestorben ist, die einem von einer Art göttlichem Wesen präsentiert wird und die einem Aufschluss darüber gibt, ob man gut oder schlecht gelebt hat. Es könnte auch sein, dass es sich bei manchen, die von ihren Mitmenschen für schlecht befunden worden sind, herausstellen wird, dass sie besonders gut gelebt haben, oder umgekehrt. Denn Menschen sind ja nur subjektiv in ihrem Urteil, und sie können sich irren. Und sie können vielleicht sogar, unter Umständen, die Unwahrheit sprechen, wenn sie jemanden beurteilen.

Meine Take-Home-Message lautet: Jeder soll auf sich schauen, seine eigenen Ziele definieren und diese verfolgen. Was dann daraus wird, wie die Menschheit als Ganzes sich entwickelt, das ist nicht seine Sache.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

"Papa, Papa, du sollst nicht sterben"

Wenn man sich die Schilderung auf https://philippantonmende.com/2018/10/08/papa-papa-du-sollst-nicht-sterben/ durchliest, werden in einem zuerst Trauergefühle aufkommen; wie kann es sein, dass ein so fleißiger, idealistischer, selbstloser Arzt von einem Asylwerber ermordet worden ist? Analysiert man die Geschichte aber genauer, stößt man auf weitere Ungereimheiten:

Warum ist diesem fleißigen, idealistischen, selbstlosen Arzt das Leben so schwer gemacht worden? Warum hat man ihm, diesem offensichtlich guten Menschen, derartige Hürden in Schule und Studium auferlegt? Warum stellte seine Familie den einzigen Rückhalt dar, warum kümmerte sich der Rest der Gesellschaft nicht um ihn?

Dienstag, 2. Oktober 2018

Nobel Prize 2018

Regarding the Nobel Prize 2018: Immune therapy of cancer is supposed to be the latest hit. However, a couple of years ago, we already wrote an article about the cancer therapy of tomorrow: "Modify and Repair" instead of "Destroy and Kill". Instead of killing cancerous tissue, the medicine of the future will try to convert cancer cells into functional tissue. Just google for "Claus Volko, Uwe Rohr et al.: Paradigmenwechsel in der Krebstherapie (2014)" and "Symbiont Conversion Theory".

In any case, Uwe Rohr would have deserved a Nobel Prize as well. Too bad he died in 2016.

Wiederaufnahme des Betriebs dieses Weblogs

Nach einigen Wochen Pause habe ich den Betrieb dieses Weblogs wieder aufgenommen.

Unter anderem habe ich vor einiger Zeit zu hören bekommen, dass es einer Lektorin einer Zeitschrift, für die ich früher regelmäßig geschrieben habe, immer schwer gefallen sei, meine Beiträge zu korrigieren, weil sie "so schwierig zu verstehen" waren.

Ich habe mir im Laufe der Jahre einen sehr klaren und nachvollziehbaren Stil angewöhnt. Wenn meine Beiträge wirklich "schwierig zu verstehen" sein sollten, liegt es folglich nicht an mir.

So gesehen, stellt sich freilich die Frage, wie groß überhaupt das Publikum sein mag, das in der Lage ist, das, was ich in meinem Weblog schreibe, geistig nachzuvollziehen. Wahrscheinlich wird es recht überschaubar sein.