Samstag, 17. November 2018

"Alternativlos"

Wenn Angela Merkel ihre Politik als "alternativlos" bezeichnet, erinnert mich das an den Spruch der Marxisten, Freiheit sei die "Einsicht in die Notwendigkeit".

Freitag, 16. November 2018

Freigeist

Als ich 18 war, war ich wohl ein unbeschriebenes Blatt, weil ich bis dahin ja nie Mitglied einer Partei gewesen war. Die bald folgende Selbstbezeichnung "liberal" bedeutete aber, dass ich auch weiterhin keiner Partei loyal folgte, sondern ein Freigeist war, denn damals gab es ja keine liberale Parlamentspartei; dass es jetzt eine solche gibt, hat freilich nichts daran geändert, dass ich im Wesentlichen nach wie vor ein Freigeist bin.

Man unterschätze die Macht des Adels nicht. Es ist bezeichnend, dass wirtschaftsliberale Think-Tanks häufig von Aristokraten unterstützt werden. Viele Menschen sind zweckrational: Sie respektieren Adelige nicht deswegen, weil sie Adelige sind, sondern weil sie von ihnen Führungsqualitäten und Wirtschaftskompetenz erwarten.

Popper - Jahrhunderdenker

Warum wird Sir Karl Popper auch heute noch als "Jahrhundertdenker" verehrt?

Nun, grundsätzlich war er sicher ein vernunftbegabter Mensch. Seine Fähigkeit, sich vernünftige Gedanken zu machen, war es aber nicht, die allein ihn zu einem "Jahrhundertdenker" gemacht hat. Er hatte zudem das Glück, dass seine Gedanken den Mächtigen damals politisch in den Kram gepasst haben. Zudem war er klug genug, sich nie öffentlich gegen seine Förderer zu stellen. (Man bedenke, dass Popper, als er britischer Staatsbürger war, sich gegen das Verhältnis- und für das Mehrheitswahlrecht gestellt hat. Von einem so vernunftbegabten Menschen wie Popper hätte ich anderes erwartet. Aber da in Großbritannien Mehrheitswahlrecht herrscht, hat er dieses verteidigt, um zu verhindern, dass seine Loyalität zur Königin in Frage gestellt werden könnte.)

Einmaleins der Politik

Um in der Politik zu überleben, muss man ein offizielles Amt oder eine offizielle Funktion anstreben und zusehen, dass man dieses Amt beibehält oder in ein höheres Amt aufsteigt. Sobald man ein Amt verliert, ist die politische Karriere zu Ende. Um ein Amt zu erlangen, ist es ratsam, sich möglichst loyal zu den Mächtigen innerhalb der Partei zu verhalten und im Idealfall persönliche Kontakte zu ihnen zu pflegen.

Mittwoch, 14. November 2018

O tempora, o mores

Es spielt im Fernsehen Hercules Poirot. Der Film spielt in den 1930er Jahren. Damals beauftrage ein Geheimdienst einen Gärtner, die anderen Gärtner auszuspähen, um herauszufinden, wer von ihnen Kommunist ist.

Wie viel Aufwand doch früher getrieben wurde, um herauszufinden, wo die Menschen politisch standen!

Heute stellen alle diese Informationen freiwillig via Facebook bereit. O tempora, o mores...

Internet und "Real Life"

Früher waren nur kluge Leute im Internet. Heute hat so gut wie jeder einen Internetanschluss.

Während man sagen könnte, dass ich in den 1990er Jahren ein Doppelleben geführt habe, kann man heute Internet und "Real Life" leider nicht mehr trennen.

Dienstag, 13. November 2018

Öffentlicher Dienst in der Stadt Wien

Im öffentlichen Dienst in der Stadt Wien, sei es im Schulwesen, sei es im Gesundheitswesen, ist es üblich, dass Mitarbeiter gelegentlich von ihren Chefs (Schulleiter bzw. Primararzt) bewertet werden. Eine negative Beurteilung kann zu einer Nichtverlängerung des Dienstvertrags führen. Ich sehe ein, dass es möglich sein muss, einen Lehrer oder Arzt loszuwerden, wenn Gefahr in Verzug ist. Aber nicht, dass ein Chef einen Mitarbeiter auf die Straße setzen kann, nur weil er ihm vielleicht aus irgendeinem Grund unsympathisch ist. Noch dazu, wenn es sich um einen hoch qualifizierten Mitarbeiter handelt, wie es bei Lehrern oder Ärzten der Fall ist. Das gehört geändert.

Rationale und Ergebnisoffene Diskussion

Die Wissenschaft wäre schon viel weiter, wenn nicht diese autoritären Strukturen herrschten und diese Machtspielchen gespielt würden, sondern die Leute rational und ergebnisoffen miteinander diskutierten.

Samstag, 10. November 2018

Real Existierender Sozialismus

Ich weiß nicht, inwieweit jungen Leuten, die sich für politisch links halten, überhaupt noch die Geschichte des real existierenden Sozialismus im ehemaligen Ostblock bekannt ist.

Es war nicht nur so, dass den Wohlhabenderen ihr Besitz weggenommen worden ist, nachdem die Bolschewiken die Macht ergriffen haben. Sondern es sind auch viele der Wohlhabenderen ermordet worden.

Das war nicht bloß eine Revolution, in der sich die Machtverhältnisse verändert haben, sondern es handelte sich um eine Revolution, die mit einer Auslöschung jener gesellschaftlichen Schicht einher ging, der es bis dahin relativ gut gegangen ist.

Ich wünsche nicht, dass sich so etwas wiederholt, egal in welchem Land.

Freitag, 9. November 2018

Warum es N- und S-Typen gibt

Ich habe eine Erklärung dafür entwickelt, warum es (laut CG Jung) N- und S-Typen gibt:

N-Typen sind bekanntlich phantasievoll, interessieren sich mehr für Phantasiewelten als für die Realität, denken sehr abstrakt, sind neuen Theorien und Ideen aufgeschlossen und entwickeln selbst welche.

S-Typen hingegen leben in der Realität, fügen sich in das gesellschaftliche Ganze ein, passen sich an ihre Mitmenschen an und sind praktisch veranlagt.

Die Ursache liegt meiner Meinung nach im ästhetischen Empfinden. Während S-Typen von klein auf die reale Welt als schön empfinden und sich darin wohlfühlen, empfinden N-Typen die reale Welt als hässlich und begeistern sich mehr für Phantasiewelten sowie abstrakte Ideen.

Das System bevorzugt klar S-Typen.

Auch als Arzt ist man wahrscheinlich eher geeignet, wenn man ein S-Typ ist.

Ich bin ein extremer N-Typ; ich habe mich meine ganze Kindheit in Phantasiewelten geflüchtet und wollte von der Realität nichts wissen. Mit dem Arztberuf konnte ich mich nie identifizieren.

Für mich zählt die Phantasie.

Sonntag, 4. November 2018

Warum hochbegabte Kinder gefördert werden müssen

Wenn eine Mutter ernsthaft der Meinung ist, sie brauche ihr Kind nicht zu fördern, nachdem es in einem Intelligenztest einen sehr hohen Intelligenzquotienten erreicht habe, dann hat sie eine Sache nicht verstanden:

Wir leben keineswegs in einer egalitären Gesellschaft. Unter anderem ist es von der Intelligenzhöhe abhängig, für welchen Beruf ein Mensch geeignet ist.

Keineswegs verdienen alle Menschen gleich viel. Es gibt Berufe, die besser bezahlt sind, und Berufe, die schlechter bezahlt sind.

Ein hoher Intelligenzquotient allein garantiert keineswegs, dass man in einem Beruf, der gut bezahlt ist, erfolgreich sein wird.

Eltern, die glauben, die Ausbildung durch die Schule würde reichen, sind sehr naiv. Sie vergessen zudem, dass, wenn ihre Kinder anspruchsvolle Berufe ergreifen (in der Regel sind die gut bezahlten Berufe auch die anspruchsvolleren), sie viel Konkurrenz durch andere junge Menschen haben werden, die ebenfalls hochintelligent sind. Die Annahme, dass sich ihr Kind allein durch seine Intelligenz von der Masse abheben würde, ist grundfalsch.

Was heutzutage notwendig ist, um erfolgreich zu sein

Eine Freundin von mir ist hochintelligent. Dennoch hat sie für ihr Informatikstudium neun Jahre gebraucht, obwohl man es laut Studienplan eigentlich in fünf Jahren schaffen können sollte. Für manche Arbeitgeber fiel sie damit aus dem Raster.

Ich hätte mein Informatikstudium in der Mindestzeit schaffen können, wenn ich wirklich nur Informatik studiert hätte und nicht auch Medizin. Ich hätte das Informatikstudium aber nur deswegen in der Mindestzeit schaffen können, weil ich mich seit meinem sechsten Lebensjahr intensiv mit der Materie beschäftige.

Es ist nicht normal, dass sich jemand mit einem bestimmten Fach seit seiner Kindheit intensiv beschäftigt, oder?

Nun, vielleicht ist es doch nicht so ungewöhnlich, denn: Meine Freundin hat sich in ihrer Kindheit vor allem für Botanik interessiert. Ich nehme an, dass sie sich viel Wissen darüber angeeignet hat und ein Botanik-Studium womöglich sehr schnell durchgezogen hätte. Sie hat sich aber nicht für dieses Studienfach entschieden, sondern für die Informatik, weil sie sich mit einem Informatikstudium mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhofft hat.

Wäre es wirklich so, dass nur diejenigen Karriere machten, die genau das studieren, was sie seit Kindestagen am meisten fasziniert hat, stellte sich die Frage: Was wird aus jenen, die in ihrer Kindheit kein derart ausgeprägtes Interesse hatten? Oder eben ein Interesse an einem Fach, mit dem man kein Geld verdienen kann?

Zumindest war es mein Eindruck zum Zeitpunkt, als ich mit meinem ersten Studium begann, dass diese Leute durch den Rost fallen. Das war auch der Grund, warum ich Bekannte von mir, die kleine Kinder hatten, drängte, diese zu fördern. Was bei manchen meiner Bekannten auf taube Ohren oder sogar auf Widerstand stieß.

Aber ich habe Recht behalten, so mein Eindruck heute.

Dass mir das übel genommen wird, ist unverzeihlich. Ich wollte nur helfen.