Mittwoch, 30. Mai 2018

Socialism and the Significance of Religion

A thesis of mine:

It may be that as secularisation progresses in Western Europe, it will become increasingly difficult for future generations to understand the phenomenon of real socialism in the former Eastern bloc.

Eastern Europe has been Christian for centuries. The ruling aristocrats used faith to legitimize their rule. Revolutionaries like Lenin knew that they would only have a chance of success if they had a substitute religion that could replace Christianity. Marxism became this substitute religion. Precisely because Marxism in the Eastern bloc played the role of Christianity, it was forbidden there under punishment to doubt statements made by Marx, Engels or Lenin, even if they may have been stupid and imprudent.

That the 1968 movement also turned to Marxism may be due to the fact that even in 1968 religion still played a major role in Western Europe.

It is possible that secularisation will eventually come to an end in the long term due to the increasing proportion of Muslims in the population. I do not know how Muslims perceive real socialism.

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Sozialismus und die Bedeutung der Religion

Eine These von mir:

Es könnte sein, dass es bei Fortschreiten der Säkularisierung in Westeuropa für künftige Generationen immer schwieriger werden wird, das Phänomen des real existierenden Sozialismus im ehemaligen Ostblock zu verstehen.

Osteuropa war jahrhundertelang christlich geprägt. Die herrschenden Aristokraten nutzten den Glauben, um ihre Herrschaft zu legitimieren. Revolutionären wie Lenin war klar, dass sie nur eine Chance auf Erfolg hätten, wenn sie im Besitz einer Ersatzreligion wären, die das Christentum ablösen könnte. Der Marxismus wurde zu dieser Ersatzreligion. Eben weil der Marxismus im Ostblock quasi die Rolle des Christentums einnahm, war es dort unter Strafe verboten, Äußerungen anzuzweifeln, die von Marx, Engels oder Lenin stammten, selbst wenn diese noch so dumm und unüberlegt gewesen sein mochten.

Dass sich die 68er Bewegung ebenfalls dem Marxismus zuwandte, mag darauf zurückzuführen sein, dass selbst 1968 Religion in Westeuropa noch eine große Rolle spielte.

Möglicherweise wird die Säkularisierung aufgrund des zunehmenden Bevölkerungsanteils der Muslime langfristig gesehen irgendwann ein Ende haben. Wie Muslime den real existierenden Sozialismus wahrnehmen, ist mir nicht bekannt.

Samstag, 26. Mai 2018

Reproduction

I have once again thought about whether it is worth giving birth to children. Since I know through my studies how the meiosis works, I have analyzed the whole thing once. In principle, I pass on one of the two chromosomes from each pair of chromosomes, whereby individual genes can be exchanged between the two homologous chromosomes, so that if I pass on my father's chromosome 22, for example, I could also have some of my mother's genes on it. But when you think about what it will be like after a few generations, you have to give up: There won't be much left of you. It should also be borne in mind that 99% of all people are genetically identical. The one percent (perhaps even less) that constitutes individuality may only be passed on to the children to a fraction anyway.

Overall, I do not think it is desirable to give birth to children just because you want to pass on your genes. I think it would be better if talented people made something of their talents and produced works of art, for example.

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Fortpflanzung

Ich habe mir noch einmal Gedanken darüber gemacht, ob es sich lohne, Kinder in die Welt zu setzen. Nachdem ich durch mein Studium ja weiß, wie die Reifeteilung (Meiose) funktioniert, habe ich das Ganze einmal durchanalysiert. Im Prinzip gebe ich von jedem Chromosomenpaar eines der beiden Chromosomen weiter, wobei zwischen den beiden homologen Chromosomen einzelne Gene ausgetauscht werden können, so dass ich, wenn ich zum Beispiel das Chromosom 22 meines Vaters weitergebe, auf diesem auch einige Gene meiner Mutter haben könnte. Wenn man sich aber überlegt, wie es nach einigen Generationen sein wird, dann muss man resignieren: Von einem selbst bleibt dann nicht mehr viel übrig. Man bedenke auch, dass alle Menschen zu 99% genetisch miteinander übereinstimmen. Das eine Prozent (vielleicht ist es sogar noch weniger), das die Individualität ausmacht, wird möglicherweise ohnehin nur zu einem Bruchteil an die Kinder weitergegeben.

Insgesamt gesehen, halte ich es jedenfalls nicht für erstrebenswert, Kinder in die Welt zu setzen, nur weil man seine Gene weitergeben möchte. Da fände ich es schon besser, wenn talentierte Menschen etwas aus ihren Talenten machten und zum Beispiel Kunstwerke produzierten.

Religionsfreiheit

Religionsfreiheit ist ein Thema, das mich schon mein ganzes Leben lang beschäftigt.

Was mich besonders stört, sind Ansichten wie die jenes Musiklehrers, den wir ein Jahr lang am Gymnasium hatten, der alle, die sich vom Religionsunterricht abgemeldet hatten oder ohne Bekenntnis waren, als "Religionsflüchtlinge" bezeichnete und mit den Worten "An irgendetwas muss man glauben" suggerierte, man könne gar nicht leben, ohne einer traditionellen Religion zu folgen.

Ich erachte es keineswegs als notwendig, die in einer Gesellschaft vorherrschende Religion anzunehmen, um als "gut in die Gesellschaft integriert" zu gelten. In dieser Hinsicht anders lautende Tendenzen in Politik und Gesellschaft lehne ich ab. Ich erinnere mich beispielsweise noch gut daran, wie ich, als ich mich in der Österreichischen Hochschülerschaft zu engagieren begann, schüchtern meine (ÖVP-nahen) Fraktionskollegen fragte, ob sie jeden Sonntag in die Kirche gingen, und der damalige Vorsitzende darauf wortwörtlich antwortete: "Na freilich! Du etwa nicht? Dann passt du nicht zu uns! Wir sind katholisch!" Bei den Liberalen ist mir so etwas "Gott" sei Dank nicht passiert.

Da die in der Gesellschaft vorherrschende Religion, wie jede Religion, im Prinzip auf Märchen und Mythen basiert, sehe ich keinen Grund, warum es nicht erlaubt sein sollte, sich eigene Märchen und Mythen auszudenken und daran zu glauben.

Freitag, 25. Mai 2018

Socialist Ideology

I have dealt relatively extensively with the various political ideologies.

When I deal with people who vote for the SPÖ or similar parties, I often get the impression that they do not even know what socialism is. This also applies to people who call themselves socialists.

Karl Marx's basic idea was by no means to improve the world. On the contrary: He wanted everyone to be equally ill. I think that idea alone is worth rejecting.

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Sozialistische Ideologie

Ich habe mich relativ ausführlich mit den verschiedenen politischen Ideologien beschäftigt.

Wenn ich mit Leuten zu tun habe, die die SPÖ oder ähnliche Parteien wählen, habe ich oft den Eindruck, dass sie gar nicht wissen, was Sozialismus ist. Das gilt auch für Leute, die sich selbst als Sozialisten bezeichnen.

Die Grundidee von Karl Marx war keineswegs, die Welt zu verbessern. Im Gegenteil: Er wollte, dass es allen gleich schlecht geht. Diese Idee allein halte ich schon für wert, abgelehnt zu werden.

Klaus Mainzer: Wie berechenbar ist unsere Welt

Die Grundmessage dieses Büchleins (https://www.springer.com/de/book/9783658212971) ist klar: Es genügt nicht, Data Mining und Big Data anzuwenden. Um die Resultate wirklich zu verstehen und sich der Grenzen der Aussagekraft derselben bewusst zu sein, benötigt man ein Grundverständnis der dahinter liegenden mathematischen Theorie. Mainzer plädiert dafür, dass man sich mit automatischer Verifikation und Beweistheorie beschäftige. Er wendet sich an Logiker, Mathematiker, Informatiker und Philosophen. Das sind genau jene wissenschaftliche Disziplinen, die mich am meisten interessieren.

Mainzer erwähnt zahlreiche Formalismen, von intuitionistischer Logik bis hin zu konstruktiver Mathematik. Die Literaturangaben mögen einen guten weiterführenden Einblick in die Materie geben.

Das Büchlein hat insgesamt einen Umfang von nur 40 Seiten und ist somit schnell ausgelesen.

Samstag, 19. Mai 2018

What would have happened to Russia if a liberal had come to power there

I have not yet finished reading the book "The Putin Syndicate" by Margareta Mommsen. But already after reading the first and the beginning of the second chapter it is clear: Putin is an "artificial president" who was installed by Yeltsin, who became a strong man in Russia in the turmoil of the fall of the Soviet Union, as his successor, in order to prevent the threatening election victory of the Communists.

Putin is not a liberal, but stands for a strong state. One of his first measures was the establishment of seven administrative districts, comparable in their borders with the military districts, in order to regain control over the entire territory.

A true liberal would have acted quite differently: He would have released the numerous autonomous regions and republics into independence and would have ruled only those parts of the country which had no desire for independence from the central government.

Now it is sometimes argued that, from a liberal point of view, small political entities would generally be preferable. I'm not sure about that. From an employee's point of view, larger units can be advantageous because they will then have more opportunities to change their place of residence if they can no longer find a job there.

I just think that if a region really wants independence (and this is indeed the desire of the majority of the population in that region), then it is not liberal to fight these aspirations.

Was aus Russland geworden wäre, wenn dort ein Liberaler an die Macht gekommen wäre

Ich habe das Buch "Das Putin-Syndikat" von Margareta Mommsen noch nicht zu Ende gelesen. Aber schon nach der Lektüre des ersten und des Anfangs des zweiten Kapitels steht fest: Putin ist ein "künstlicher Präsident", der von Jelzin, der in den Wirren des Untergangs der Sowjetunion zum starken Mann in Russland geworden ist, als sein Nachfolger installiert worden ist, um den drohenden Wahlsieg der Kommunisten zu verhindern.

Putin ist kein Liberaler, sondern steht für einen starken Staat. Eine seiner ersten Maßnahmen war die Einrichtung von sieben Regierungsbezirken, in ihren Grenzen mit den Militärbezirken vergleichbar, um die Kontrolle über das gesamte Territorium zurückzugewinnen.

Ein echter Liberaler hätte ganz anders gehandelt: Er hätte die zahlreichen autonomen Regionen und Republiken in die Unabhängigkeit entlassen und Herrschaft nur über jene Landesteile ausgeübt, die keine Bestrebungen nach Unabhängigkeit von der Zentralregierung hatten.

Nun wird bisweilen argumentiert, aus liberaler Sicht wären allgemein kleine politische Einheiten zu bevorzugen. Dessen bin ich mir nicht sicher. Aus Sicht eines Arbeitnehmers können größere Einheiten von Vorteil sein, weil er dann mehr Möglichkeiten hat, seinen Wohnort zu wechseln, sollte er dort keinen Arbeitsplatz mehr finden.

Ich denke nur: Wenn eine Region tatsächlich nach Unabhängigkeit strebt (und dies tatsächlich der Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung dieser Region ist), dann ist es nicht liberal, diese Bestrebungen zu bekämpfen.

Freitag, 18. Mai 2018

How highly gifted people don't use their potential - My case

First of all, I am not sure whether my case is representative of the whole of the highly gifted, because I have experienced in the Highly Intelligent Society that most members are different from me. They were average to bad students, often not simply out of laziness, but because they were actually struggling, and never developed the ambition I had. However, it could be that psychologists are right to say that the Highly Intelligent Society is not representative of all the highly gifted.

I come from an academic family and was able to read, write and do math even before I started school. I am sure I would have been a good student without the support of my parents, but the support gave me an additional bonus. I soon had a rock-solid knowledge of German spelling and even before I entered grammar school I had mastered almost all the material that one has to learn in mathematics in grammar school up to the Matura. As I was interested in subjects such as geography or history, but also physics or chemistry, I read a lot about these fields of knowledge and knew a lot about them even before they went through them in class. I only had to learn vocabulary occasionally or prepare for an exam, otherwise the school was very easy for me and I had a lot of free time.

What I missed: a coach who analyses my potential and draws up a career plan for me. That was blatantly lacking, and it also looked as if no one would have been interested in changing anything. My mother, as a teacher, had almost no life experience outside the school system, and my father's wealth of experience was also limited. I wanted to become a university professor, but I had no idea how to prepare for a university career and what mistakes I should avoid.

Since I had a lot of free time before I graduated from high school, I would have had plenty of time that I could have used before I graduated to prepare for the time after.

Unfortunately, due to my experience in the Highly Intelligent Society, I have the feeling that this could be an isolated case.

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Wie Hochbegabte ihr Potenzial nicht nutzen - Mein Fall

Zunächst sei gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob mein Fall für die Gesamtheit der Hochbegabten repräsentativ ist, weil ich im Hochintelligenzverein die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Mitglieder anders sind als ich. Sie waren durchschnittliche bis schlechte Schüler, oftmals nicht einfach aus Faulheit, sondern weil sie sich tatsächlich schwer taten, und entwickelten nie den Ehrgeiz, den ich hatte. Es könnte aber sein, dass Psychologen Recht haben, die meinen, der Hochintelligenzverein sei für die Gesamtheit der Hochbegabten nicht repräsentativ.

Ich komme aus einer Akademikerfamilie und konnte schon vor Schuleintritt lesen, schreiben und rechnen. Ich bin mir sicher, dass ich auch ohne Förderung durch meine Eltern ein guter Schüler gewesen wäre, aber die Förderung gab mir einen zusätzlichen Bonus. Ich verfügte bald über grundsolide Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und beherrschte noch vor dem Übertritt ins Gymnasium fast den gesamten Stoff, den man im Gymnasium in Mathematik bis zur Matura lernen muss. Da mich Fächer wie Geografie oder Geschichte, aber auch Physik oder Chemie interessierten, las ich viel über diese Wissensgebiete und wusste dadurch vieles schon, bevor es im Unterricht durchgenommen wurde. Ich musste lediglich gelegentlich Vokabeln lernen oder mich auf eine Prüfung vorbereiten, ansonsten war die Schule für mich mit wenig Aufwand verbunden, und ich hatte viel Freizeit.

Was mir gefehlt hat: ein Coach, der mein Potenzial analysiert und für mich einen Karriereplan entwirft. So etwas hat eklatant gefehlt, und es sah auch so aus, als ob niemand Interesse gehabt hätte, etwas daran zu ändern. Meine Mutter hatte als Lehrerin so gut wie keine Lebenserfahrung außerhalb des Schulwesens, und auch der Erfahrungsschatz meines Vaters war beschränkt. Ich wollte gerne Universitätsprofessor werden, hatte aber keine Ahnung, wie ich mich auf eine Hochschulkarriere vorbereiten könnte und welche Fehler ich vermeiden müsste.

Da ich bis zur Matura viel Freizeit hatte, hätte ich jede Menge Zeit gehabt, die ich schon vor der Matura hätte nutzen können, um mich auf die Zeit danach vorzubereiten.

Aufgrund meiner Erfahrungen im Hochintelligenzverein habe ich aber leider das Gefühl, dass es sich bei mir um einen Einzelfall handeln könnte.

Biographies - The most important is only in subordinate clauses

So I've already started reading the biographies bought today. I would like to say that: I used to read such biographies at a young age, but in my youthful naivety I always forgot to pay attention to the most important thing: What did these people live on? Indeed, these biographies are always structured in such a way that this most important of all things is hardly mentioned, at best in short subordinate clauses. Only if you read very carefully will you find that many great intellectuals have been unemployed for months (in extreme cases even for years! Konrad Lorenz, for example, lived for a long time on the income of his wife, a general practitioner) and she often had a career only by chance (Karl Popper owed his employment at London University, for example, to the commitment of Friedrich August von Hayek). Earlier I had apparently assumed that these intellectuals had been employed at university after graduation and had had a regular income all their life. There will certainly be a reason why reality is mentioned in these biographies only in subordinate clauses - the only question is: why?

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Biografien - Das Wichtigste steht nur in Nebensätzen

Ich habe also schon begonnen, die heute gekauften Biografien zu lesen. Dazu möchte ich feststellen: Ich habe solche Biografien ja schon in jungen Jahren zu lesen gepflegt; dabei habe ich aber in meiner jugendlichen Naivität immer vergessen, auf die wichtigste Sache zu achten: Wovon haben diese Leute gelebt? In der Tat sind diese Biografien immer so aufgebaut, dass diese wichtigste aller Sachen kaum erwähnt wird, allenfalls in kurzen Nebensätzen. Nur wenn man sehr aufmerksam liest, wird man feststellen, dass es bei vielen großen Intellektuellen monatelange Phasen der Erwerbslosigkeit gab (im Extremfall sogar jahrelange! Konrad Lorenz zum Beispiel lebte lange Zeit vom Einkommen seiner Frau, einer praktischen Ärztin) und sie oft nur durch Glück und Zufall Karriere gemacht haben (Karl Popper hatte seine Anstellung an der Londoner Universität zum Beispiel dem Engagement von Friedrich August von Hayek zu verdanken). Früher hatte ich offenbar angenommen, dass diese Intellektuellen nach dem Abschluss ihres Studiums eine Anstellung an der Universität bekommen und danach ihr ganzes Leben lang ein regelmäßiges Einkommen gehabt hatten. Es wird sicherlich einen Grund haben, dass die Realität in diesen Biografien nur in Nebensätzen erwähnt wird - fragt sich nur: welchen Grund?

Neuer Lesestoff

Diese Woche habe ich viele Bücher gekauft. Falls es jemanden interessiert:

  • Quantentheorie (John Polkinghorne)
  • Relativitätstheorien (Russell Stannard)
  • Eugenics (Philippa Levine)
  • Hormones (Martin Luck)
  • Wie berechenbar ist unsere Welt (Klaus Mainzer)
  • Das Putin-Syndikat - Russland im Griff der Geheimdienstler (Margareta Mommsen)
  • Der Mythos vom starken Führer - Politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert (Archie Brown)
  • Unsere Revolution - Wir brauchen eine gerechte Gesellschaft (Bernie Sanders)
  • Triumph und Tragödie - Stalin und die Wissenschaftler (Simon Ings)
  • Sigmund Freud - Der Arzt der Moderne - Eine Biographie (Peter-André Alt)
  • Hans-Werner Sinn - Auf der Suche nach der Wahrheit - Autobiografie
  • Ein Jahrhundertdenker - Karl R. Popper und die offene Gesellschaft (Kurt Salamun)

Nun denn, ich denke, es ist klar, was ich nun tun werde: lesen!

Donnerstag, 17. Mai 2018

Ein Lob

Ich möchte im übrigen ein Lob auf unseren Bundeskanzler aussprechen: Dass er sich tatsächlich bemüht, dieses Jahr keine neuen Schulden zu machen, finde ich vorbildlich. Vielleicht hat es doch etwas gebracht, dass ich ihn damals, vor zehn Jahren, als wir einander bei einer Veranstaltung der ÖVP begegneten, darauf angesprochen habe.

Dienstag, 15. Mai 2018

In memoriam Harald Knoll - Zur Diskriminierung von Hochbegabten

Am 24. Mai dieses Jahres hätte Harald Knoll seinen 59. Geburtstag gefeiert.

Da das Thema aktuell wie eh und je ist, möchte ich den bevorstehenden Geburtstag zum Anlass nehmen, um über die Tragik von Harald Knolls Leben zu reflektieren.

Harald Knoll ist in eine streng religiöse Familie in Baden-Württemberg geboren worden. Nach dem Abitur hat er unter anderem Quantenphysik studiert und seine Studien erfolgreich abgeschlossen. Dennoch wurde ihm eine Anstellung an der Universität verwehrt. Ohne die Möglichkeit, sein Wissen und Können zum Wohle der Menschheit anzuwenden, war er gezwungen, sein Dasein im Management eines mittelständischen Unternehmens (Abteilung Import/Export) zu verbringen. Wenige Jahre vor seinem Tod trat er dem deutschen und in weiterer Folge auch dem österreichischen Hochintelligenzverein bei. Als mein Freund und Mentor Dr. Uwe Rohr im Rahmen dieses Vereins einen Vortrag darüber hielt, wie Hochbegabte an Universitäten systematisch diskriminiert werden und versucht wird, sie von einer Hochschulkarriere fernzuhalten (Rohr war selbst ein davon Betroffener), entschied sich Harald Knoll, sich das Leben zu nehmen.

Uwe Rohr hat mit seinem Vortrag eine Problematik angesprochen, die von unseren Systemmedien tunlichst verschwiegen wird, welche so tun, als wäre alles in bester Ordnung und als ob diejenigen, die an der Universität eine Anstellung bekommen, tatsächlich die Begabtesten wären. Er hat damit auch ausgesprochen, was die Tragik von Harald Knolls Leben war. Denn: Wozu studiert man Quantenphysik, wenn einem nach dem Abschluss die Möglichkeit verwehrt wird, damit etwas beruflich anzufangen?

Diese Problematik betrifft nicht nur Harald Knoll, sie betrifft viele Hochbegabte. Weil ihnen angeblich "das Soziale" fehlt, werden ihnen jene Schlüsselpositionen in Staat und Gesellschaft verwehrt, die ihnen aufgrund ihrer Begabung eigentlich zustehen würden.

Dagegen muss etwas getan werden, und ich weiß jedenfalls: Sollte ich noch einmal zu einer Wahl antreten, werde ich die Diskriminierung von Hochbegabten zu meinem Hauptthema machen und fordern, dass Hochbegabte endlich jene Schlüsselpositionen in Staat und Gesellschaft bekommen sollen, die ihnen aufgrund ihrer Begabung zustehen.

Literatur:

Nachschulische Förderung von Höchstbegabten
http://www.mensa.at/dokumente/upload/TOPIQ_372.pdf

Höchstbegabtenförderung - Ein Wiener Ansatz
http://www.mensa.at/dokumente/upload/TOPIQ_376_online.pdf

Samstag, 12. Mai 2018

The book "Eugenics"

The book "Eugenics" by Professor Philippa Levine (published in 2017) contains many clever things. For example, that today many people wrongly equate eugenics with National Socialism, while in reality eugenics was an international, global movement and the crimes of the National Socialists went far beyond what the eugenicists demanded. Or that the promotion of intelligence was the focus of eugenics from the very beginning - not least the book "Hereditary Genius" by Francis Galton, with which scientific eugenics was founded, was about the heredity of intellectual giftedness.

Das Buch "Eugenics"

Im Buch "Eugenics" von Frau Professor Philippa Levine (2017 erschienen) stehen viele gescheite Dinge. Zum Beispiel, dass heute viele Leute Eugenik zu Unrecht mit Nationalsozialismus gleichsetzen, während in Wirklichkeit die Eugenik eine internationale, weltumspannende Bewegung war und die Verbrechen der Nationalsozialisten wesentlich über das hinausgingen, was die Eugeniker forderten. Oder, dass von Anfang an die Förderung der Intelligenz im Fokus der Eugeniker stand - nicht zuletzt handelte das Buch "Hereditary Genius" von Francis Galton, mit dem die wissenschaftliche Eugenik begründet wurde, von der Erblichkeit intellektueller Hochbegabung.

Freitag, 4. Mai 2018

Artificial conflicts?

When I think about the ages that could be distinguished since the beginning of the 20th century, I remembered: Pre-war, First World War, Inter-war, Second World War, Cold War (1945 to 1989). Since 1989 we have been living in a new era for which I am not yet aware of an official name. In any case, this age is characterized by the following characteristics:

  • Dissolution of the Soviet Union, Yugoslavia and Czechoslovakia.
  • Free elections in countries of the former Eastern Bloc with the attempt to install market economy systems.
  • Computers are becoming everyday objects of daily use.
  • Private individuals get access to the Internet.
  • Mobile telephony.
  • Especially in Europe: Reestablishment of the European Union and deepening of unification.

If one now thinks of some of the early publications of this period that dealt with the "end of history" or postulated a "clash of cultures", one realizes that for these historians conflict is obviously a necessity of historical action; if there were no more conflicts, there would be no more history. In my view, the question arises as to whether some actors seek to create artificial conflicts and whether some observers interpret too much into small details.

The fact is: The current period, whatever it will be called in history, seems to me to be the most exciting time of all, and I am happy to live in this time.

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Künstliche Konflikte?

Wenn ich mir überlege, welche Zeitalter man seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts unterscheiden könnte, fielen mir ein: Vorkriegszeit, Erster Weltkrieg, Zwischenkriegszeit, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg (1945 bis 1989). Seit 1989 leben wir in einem neuen Zeitalter, für das mir noch kein offizieller Name bekannt ist. Dieses Zeitalter zeichnet sich jedenfalls durch folgende Eigenschaften aus:

  • Auflösung der Sowjetunion, Jugoslawiens und der Tschechoslowakei.
  • Freie Wahlen in Ländern des ehemaligen Ostblocks mit dem Versuch, marktwirtschaftliche Systeme zu installieren.
  • Computer werden alltägliche Gebrauchsgegenstände.
  • Privatpersonen bekommen Zugang zum Internet.
  • Mobiltelefonie.
  • Speziell in Europa: Neugründung der Europäischen Union und Vertiefung der Einigung.

Wenn man nun an einige der frühen Publikationen dieser Zeit denkt, die etwa vom "Ende der Geschichte" handelten oder einen "Kampf der Kulturen" postulierten, erkennt man, dass für diese Historiker offenbar Konflikt eine Notwendigkeit geschichtlichen Handelns darstellen; gäbe es keine Konflikte mehr, gäbe es auch keine Geschichte mehr. Aus meiner Sicht stellt sich die Frage, ob nicht manche Akteure danach streben, künstlich Konflikte schaffen zu wollen, und manche Beobachter in Kleinigkeiten zu viel hineininterpretieren.

Tatsache ist: Die heutige Zeit, wie immer sie in der Geschichtsschreibung dereinst genannt werden wird, scheint mir die bisher spannendste Zeit von allen zu sein, und ich bin froh, in dieser Zeit zu leben.

Auch Hochbegabte wollen ein regelmäßiges Einkommen

"Normalbegabte wollen ein regelmäßiges Einkommen (und dafür im Idealfall nichts tun, meine Anmerkung)."

Das pflegte Dr. Uwe Rohr zu sagen und wollte damit implizit kundtun, dass normalbegabte Akademiker gar kein echtes Interesse an ihrem Fach hätten.

Wer mich kennt, weiß, dass es wenige Menschen gibt, die offener und ehrlicher sind als ich. Ich möchte hiermit insofern eine Lanze für die Normalbegabten brechen, als ich zugeben möchte, dass ich - obwohl laut Intelligenztest hochbegabt - im Grunde genommen auch nicht anders ticke.

Das Medizinstudium habe ich seinerzeit begonnen, obwohl ich mir weder vorstellen konnte, als Arzt zu arbeiten, noch überhaupt Interesse am Fach hatte. Allenfalls interessierten mich Naturwissenschaften, denn ich hatte den Unterricht in Chemie und Physik am Gymnasium gern gehabt. Da das Studium im ersten Semester wiederum mit Chemie und Physik - zudem auf recht hohem Niveau - anfing, machte es mir anfangs Spaß, und das ist der Grund, warum ich es nicht abgebrochen habe. Hätte das Medizinstudium hingegen mit Fächern wie Anatomie oder Pathologischer Anatomie begonnen, hätte ich wahrscheinlich bald wieder damit aufgehört.

Ja, ich habe in erster Linie studiert, weil ich eine Qualifikation haben wollte, die mir irgendwann ein regelmäßiges Einkommen bescheren würde.

Das war beim Informatikstudium nicht anders. Dieses Studium habe ich deswegen als Zweitstudium ausgewählt, weil ich auf diesem Gebiet schon genügend Vorkenntnisse und auch etwas Praxiserfahrung als Hobbyprogrammierer gehabt habe. Da sich das Medizinstudium als hart entpuppt hatte, wollte ich mit meinem Zweitstudium auf Nummer Sicher gehen und nichts studieren, was ich möglicherweise nicht schaffen würde.

Lediglich das anschließende Masterstudium der Informatik (Computational Intelligence) war ein Studium, das tatsächlich meinen Interessen entsprach und in welchem ich auch aus meiner Sicht "brauchbare" neue Dinge lernte.

Es mag vielleicht Studierende geben, die tatsächlich ein großes Interesse an ihrem Fach haben oder gar eine Liebe zu ihrem Fach entwickeln. In meinem Fall war es so, dass ich ein gewisses Faible für die molekularbiologischen und biochemischen Aspekte der Medizin entwickelt habe. Letzten Endes musste aber auch ich Unmengen an Prüfungsstoff lernen, der mich nicht die Bohne interessiert hat und den ich nach der knapp bestandenen Prüfung bald wieder weitgehend vergessen habe.

Mit Normal- oder Hochbegabung im Sinne von Intelligenztests hat das also nichts zu tun.

Es könnte allenfalls sein, dass Hochbegabte dazu neigen, sich über ihr Fach mehr Gedanken zu machen als unbedingt nötig wäre, und dass sie dabei gelegentlich auf neue Zusammenhänge oder Ideen kommen.

Nutritional Systems Biology Modeling: From Molecular Mechanisms to Physiology

De Graaf et al. (2009): Nutritional Systems Biology Modeling: From Molecular Mechanisms to Physiology

This paper deals with computational modeling in nutritional sciences:
Typically, compartmental modeling approaches are used to describe the absorption, distribution, and elimination of a nutrient. Common to most of these models is the high level of aggregation, where the body is adequately described by only a few compartments. Together, these models aim to provide a rational basis for the determination of the nutritional requirements of the body, and for the understanding of differences in requirements (both locally for organs and at the whole body level) for different micronutrients.
These traditional models do not suffice to "understand and rationally manipulate the complex relationship between nutrition and health":
[U]nderstanding how nutrition impacts the mechanisms underlying insulin resistance requires a quantitative analysis and description of a multiscale, highly coupled regulatory network that includes thousands of components, ranging over subcellular to whole body levels of organization and spanning time scales from seconds to years.
"[I]n developing our vision of what is needed in the coming years", the authors "review several representative models that have successfully addressed key nutritional questions and together may help point the way to a more integrative modeling approach":
First, we review modeling approaches for processes at the cellular level describing the biochemical processes (i.e., signaling and metabolic pathways) that operate to convert food ingredients into energy and building blocks for the cell as the fundamental unit of life. Insight into these processes teaches us how metabolism is regulated at its most basic level. Furthermore, modeling at the cellular level provides the entry point to considering the vast quantity and complexity of -omics data. Second, we review the use of metabolic flux analysis (MFA) as a framework for the quantitative analysis of material fluxes within the single cell as well as between different cell populations and organs, up to the whole body level. Thus, MFA forms a natural bridge between different levels of organization and different time scales. Thirdly, we review compartmental models of lipoprotein metabolism, because lipoproteins are the major mediators of lipid trafficking between organs, and many processes linked with lipids are associated with the metabolic syndrome, which includes cardiovascular diseases, obesity, and insulin resistance, modern plagues in industrialized societies. Finally, we review mathematical models of body weight and composition regulation and the complex relationship with macronutrient metabolism at the whole body level. Modeling at this whole body physiological level demonstrates the importance of considering long time scales that are characteristic of chronic diseases like obesity and metabolic syndrome.
The authors conclude:
From this review and discussion it is apparent that two issues in computational modeling in nutritional sciences now need major attention. First, the complex biological research questions, typical for nutritional sciences, often require a multilevel modeling approach. However, this is a time and resource intensive effort that is best undertaken within a large research consortium. Second, a central need exists for models and experimental data that bridge the microscopic and the macroscopic levels. Most animal disease models or human nutritional studies currently provide tissue-specific -omics data, whereas cell–cell interaction data is becoming increasingly available from in vitro systems. To interpret this new hybrid of wet lab data, dedicated computational models are required to deal with cell-specific expression data in a physiological context. We identified the middle-out strategy as a promising one for generating the required nutritional computational models and the virtual patient concept is a convenient way to deal with the large individual variation typical of nutritional studies. To characterize (sub) groups of individuals, much will be gained by a careful classification and characterization of disease (sub) phenotypes. Finally, the use of biomarker signatures derived from integrated -omics data has a potential to bridge the microscopic and macroscopic levels. In conclusion, we have put available computational modeling approaches for nutrition into perspective, and we have suggested the essential elements of an approach for future fully integrated systems biology models for application in nutritional sciences.

Computational Systems in Tissue Engineering and Regenerative Medicine

Semple et al. (2005): Review: In Vitro, in Vivo, in Silico: Computational Systems in Tissue Engineering and Regenerative Medicine

As the title says, this is about the usage of computers in tissue engineering. Regarding the importance of these techniques for tissue engineering, the authors write:
In tissue engineering the ability to apply accurate modelling and new cell simulation techniques can provide vital information and answer key questions regarding cell, tissue, and ultimately organ behavior.
About the role of computers they state that "in silico methods can supplement and extend the current empirical techniques of tissue engineering and regenerative medicine" and that:
Computers routinely monitor the course of experimental procedures; gather, smooth, and record data and signals; and provide an effective medium though which data can be analyzed, visualized, communicated, and disseminated widely by means of databases connected to electronic networks. They also place in the hands of the researcher tools for statistical and mathematical analysis, by which specific hypotheses can be evaluated on the basis of assembled arrays (often vast) of data.
What are the grand challenge areas in this context? The authors write:
One of these grand challenge areas is, undoubtedly, the mustering of digital procedures that will somehow monitor, collate, and otherwise manage the explosion of online databases across genomics, proteomics, organisms, cell lines, and tissue projects, allowing researchers to identify and extract data essential to targeted needs. A related challenge is the need for data-mining procedures able to “drill down” into the layers of catalogued information and extract key discoveries otherwise buried among terabytes of compiled results. The problems and current advances in the emerging discipline of tissue-engineering data mining have been surveyed extensively and need not be discussed further here. We turn instead to a third grand challenge: the use of computers as in silico bioreactors that (at least partially) replace laboratory bioreaction technology as the medium in which to engineer functioning tissues; this is one of the key areas where the future of “tissue-engineering in silico” resides.
The paper further states that "the long-term goals of regenerative medicine can usefully be organized around two concepts: that of tissue equivalence, and that of tissue isomorphism". Regarding the former concept:
[A]s a praxis of equivalence design, regenerative medicine seeks to fabricate tissue replacements that encapsulate essential function economically, usually by minimizing the number of functional equivalences that must be emulated.
Concerning the latter concept, the authors suggest that "the mathematics of morphogenesis is a waypoint to better implants".

Acccording to the authors, "three periods of mathematical and computational innovation" can be distinguished:
[A]n early period (1930–1970), in which attention focused on highly idealized models meant to identify physical and biochemical forces essential to understanding morphogenesis in mathematical terms; a pregenome period (1970–1990), in which early molecular cell biology was harnessed to mathematical cell biology and produced models of improved realism; and the current postgenome period (1990–), in which a rigorously molecular developmental biology is enabling detailed models set in silico on fast, high-capacity, inexpensive computers.
In the first period, researchers initially worked with Rashevsky models, which "considered only abstract patterns of chemical reaction acting within and across the plasma membranes of simple spherical cells". Later "Turing’s reaction–diffusion equations would emerge [...] as the near-universal mathematical language for describing the biochemistry of spatiotemporal pattern formation in cells and developing organisms".

In the second period, there were two different approaches:
One approach was to enlarge Rashevsky’s focus and treat tissues as populations of discrete interacting cells, and to calculate the morphogenetic outcomes of these interactions. A second was to follow the early lead of Keller and Segel and treat developing tissues not as assemblies of anatomically discrete cells, but as continuous deformable media amenable to treatment by the equations of continuum mechanics. Both approaches made influential advances during this period.
In the third period, "numerous competing pieces of computer software" emerged, "designed to allow users without extensive mathematical background to apply ordinary differential equations and stochastic simulation to model cell chemistry and transport reactions (e.g., KINSIM, GEPASI, FITSIM, MEG, SCAMP, MIST, ECell, the Virtual Cell, and MetaModel)".

The authors forecast:
In the near future computational methods will allow for the custom development/fabrication of scaffolds to the specification of the recipient. Computational tissue reactors can test construct prototypes in silico. In silico tissue reactors and other computational methods have the greatest potential in future to replace aspects of in vitro methodology.