Samstag, 18. Juli 2009

Das Medizinstudium soll unbedingt in ein Bachelor/Master-Studium umgewandelt werden!

http://www.meduniwien.ac.at/homepage/news-und-topstories/?tx_ttnews[tt_news]=840&cHash=4792150fa5

Die Medizinische Universität Wien ist also stolz darauf, sich erstmals der Zertifizierung der World Federation for Medical Education (wfme) unterzogen zu haben. Was ist diese wfme? Dazu finden wir einige Fakten auf der Website:

http://wiki.ifmsa.org/scome/index.php?title=World_Federation_for_Medical_Education_(WFME)

Die wfme gibt es also bereits seit 1972, und sie hat es sich zum Ziel gesetzt, für ein hohes Niveau der medizinischen Ausbildung auf der ganzen Welt zu sorgen. Das ist natürlich in Zeiten zunehmender internationaler Vernetzung und zunehmender Reisetätigkeit im Prinzip eine gute Sache, denn schließlich sollen Menschen auch im Ausland eine ausreichende medizinische Versorgung bekommen.

Auf derselben Seite finden wir ein Statement zum Thema Bologna-Prozess, speziell zur Frage, ob man das Medizinstudium in ein Bachelor- und ein Masterstudium aufteilen sollte:

"However, the specificity of medical curricula and the current situation of European medical schools must be considered, and it is the opinion that the two-cycle division in a Bachelor and a Master degree would invalidate endeavours to integrate basic and clinical sciences in the medical curriculum."

Dieser Meinung bin ich nicht. Ich halte es eben für den falschen Weg, die (natur)wissenschaftlichen Grundlagen und die klinische Praxis miteinander allzu eng zu verweben. Schließlich gibt es jede Menge Menschen wie mich, die aus rein wissenschaftlichem Interesse Medizin studieren und nicht vorhaben, jemals in der Klinik zu arbeiten, und die klinischen Fächer, vor allem die Praktika im Krankenhaus, wie die Pest verabscheuen. Ich hielte es daher für sinnvoll, wenn man ein Bachelorstudium einführen könnte, in welchem ausschließlich Grundlagen-Wissenschaft vermittelt wird, und alle klinischen Lehrveranstaltungen einschließlich der Sezierkurse, Famulaturen usw. ins Masterstudium verlagert wären. Es sollte dann möglich sein, nach dem Bachelorstudium ein naturwissenschaftliches Masterstudium zu absolvieren, bzw. eventuell sogar gleich ein PhD-Studium.

Die Einführung eines solchartigen Bachelorstudiums hätte meines Erachtens folgende Vorteile:

- Die Studenten wären in ihrer Lebensplanung flexibler, hätten mehr Möglichkeiten. Viele Studenten sind eigentlich eher an Naturwissenschaften interessiert, entscheiden sich aber aus verschiedenen Gründen für ein Medizinstudium. Mit der Zeit kommen sie vielleicht darauf, dass die mit einem Medizinstudium verbundenen beruflichen Perspektiven doch nicht ihren Erwartungen entsprechen oder aber die Inhalte des Studiums eben nicht wirklich ihren Interessen entsprechen. Mit dem Bachelor, der nicht nur zu einem medizinischen, sondern auch zu einem naturwissenschaftlichem Masterstudiengang berechtigte, hätten sie die Chance, ein Studium ordnungsgemäß abzuschließen, ohne Zeit zu verlieren.

- Die Absolventenzahl würde zunehmen, die Drop-Out-Quote abnehmen. Schön für die Statistik!

- Mehr Studenten könnten zum Bachelorstudium zugelassen werden. Erst für das Masterstudium wäre aufgrund der begrenzten Anzahl klinischer Ausbildungsplätze eine strikte Zugangsbeschränkung notwendig. (Ich bin übrigens der Meinung, dass Intelligenztests wie der EMS in der Tat die gerechteste und sinnvollste Form einer Zugangbeschränkung darstellen.)

Freitag, 17. Juli 2009

Roosevelt und der Goldstandard

Jetzt verstehe ich, warum viele Anhänger der Austrian School of Economics F. D. Roosevelt derart hassen und ihn als Verbrecher betrachten:

"Franklin D. Roosevelt erklärte 1933 privaten Goldbesitz im Wert von mehr als 100 US-Dollar als illegal. Gold, welches von Bürgern der Vereinigten Staaten nicht freiwillig zu einem gesetzlich festgelegten Preis von $20.67 pro Feinunze an die Federal Reserve verkauft wurde, wurde beschlagnahmt und die Besitzer mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft." (http://de.wikipedia.org/wiki/Goldstandard)

Dienstag, 7. Juli 2009

Der talentierte Schüler und seine Feinde

Dieses 2008 erschienene Sachbuch des österreichischen Managers und ehemaligen Politikers der christdemokratischen Partei Andreas Salcher schlug in Österreich wie eine Bombe ein und wurde von vielen Menschen zum Buch des Jahres gewählt, obwohl diese Auszeichnung normalerweise belletristischen Werken vorbehalten ist. Eine kritische Rezension.

Andreas Salcher selbst beschreibt sich als ein typisches Beispiel für einen erfolgreichen Schüler: intelligent, strebsam, rücksichtslos, immer nur aufs eigene Fortkommen bedacht. Nach der Matura studierte er BWL, schloss das Studium mit der Promotion ab, setzte ein Post-Graduate-Studium an der amerikanischen Eliteuniversität Harvard drauf und machte in Politik und Wirtschaft Karriere. So war er unter anderem der damals jüngste Abgeordnete zum Wiener Landtag.

Nun, mit Abstand, sieht Salcher das Schulsystem kritischer. Er vertritt die Meinung, dass es zu sehr auf die Bedürfnisse des Industriezeitalters zugeschnitten sei: Das Ziel sei es, Massen an gut ausgebildeten Menschen zu produzieren; wer in diesem System nicht mitkomme, bleibe auf der Strecke. Der künftige Beruf des Idealtyps von Schülern, für den höhere Schulen geschaffen seien, sei der des Universitätsprofessors. In der Schule würde es fast ausschließlich um logisch-analytische Intelligenz gehen. Dabei gebe es in der Bevölkerung vielfältige Talente, die unterschiedlicher Förderung bedürften. Gleich zu Beginn des Buchs wird etwa der Fall einer britischen Tänzerin gebracht, die als Kind große Schwierigkeiten in der Regelschule hatte. Der Arzt entdeckte ihre kinästhetische Begabung und riet der Mutter, sie solle ihre Tochter in die Tanzschule schicken. À la longue zeigte es sich, dass dies die richtige Entscheidung war, denn das Mädchen war tatsächlich fürs Tanzen begabt, machte Karriere und wurde Multimillionärin. Salcher äußert sich daher kritisch darüber, dass in der Schule die Muttersprache und Mathematik die wichtigsten Fächer seien und diejenigen, die darin schlecht seien, im Schulsystem untergehen würden. Freilich tut er dies, ohne ein wirklich konkretes Konzept zu liefern, wie man das Schulsystem so umgestalten könnte, dass es tatsächlich den Begabungen aller Kinder gerecht würde.

Die Schuld daran, dass Kinder ihr Potenzial nicht entfalten würden, gibt Salcher vor allem den Lehrern, aber auch den Eltern. Diese würden die Begabungen der Kinder nicht erkennen oder, wenn sie diese erkennen, unterdrücken. So sei es etwa in Arbeiterhaushalten verpönt, Bücher zu lesen, was aber die Voraussetzung für den Erwerb von höherer Bildung sei.

Soweit die Ist-Analyse. Wie ich bereits angedeutet habe, ist es mit der Soll-Seite bei Salcher nicht weit her. Salcher bringt zwar im Anhang einige Beispiele von Schulen, die er für gut hält, darunter die Sir-Karl-Popper-Schule für intellektuell hochbegabte Kinder in Wien, an deren Gründung er als Politiker selbst maßgeblich beteiligt war. Wie aber bereits dieses konkrete Beispiel zeigt, handelt es sich dabei erst recht wieder um Schulen, in denen es vornehmlich um intellektuelle Fähigkeiten geht. Sie unterscheiden sich also in ihrem Grundkonzept nicht wesentlich von den von Salcher kritisierten Regelschulen.

Kurz gesagt: Salchers Buch hat sich gut verkauft, weil es ein Thema behandelt, das (wegen der Bildungspflicht) viele Menschen im Land interessiert und dessen Inhalte ihnen zum Teil aus der Seele sprechen dürften. Jedoch beschränkt sich das Buch im Wesentlichen darauf, Probleme aufzuzeigen, und bietet nur wenige Lösungskonzepte an. Zudem stellt sich die Frage, ob Salcher nicht versucht hat, seinen Lesern nach dem Mund zu schreiben, wo er doch selbst mit dem österreichischen Schulsystem offenbar gut zurecht gekommen ist und sich das einzige konkrete Reformprojekt, das er umgesetzt hat, nämlich die Sir-Karl-Popper-Schule, erst recht ausschließlich an intellektuell hochbegabte Schüler richtet, die im Prinzip auch in der Lage wären, im Regelschulwesen gut zurechtzukommen, und die durch die Sir-Karl-Popper-Schule halt noch ein bisschen mehr zu potenziellen "Universitätsprofessoren" gemacht werden sollen.

Montag, 6. Juli 2009

Gary E. Johnson for President?

The people of the United States of America are very disappointed by Barack Obama. The mood of the population is heated up, and there is a great chance, a chance as great as never before, that the next U.S. Presidential Elections will finally bring real change.

In discussions what candidate would be best suited for Presidential Office, especially one name got my attention: Gary Earl Johnson. From 1995 to 2003, Johnson was Governor of New Mexico. Quotes from Wikipedia:

Quote 1:
Under Johnson's administration, New Mexico experienced the longest period without a tax increase in the state's history, the rate of growth in the state government was cut in half, half of the state's prisons were privatized, state Medicaid was shifted to managed care, and the state was left with approximately 1,000 fewer employees (with no firings) and a budget surplus. Johnson vetoed 750 bills (which was more than all the vetoes of the other 49 Governors in the country at that time, combined), which earned him the nickname Gary "Veto" Johnson.
Quote 2:
To this day, Johnson carries with him his "Seven Principles of Good Government":
1. Become reality driven. Don’t kid yourself or others. Find out what’s what and base your decisions and actions on that.
2. Always be honest and tell the truth. It’s extremely difficult to do any damage to anybody when you are willing to tell the truth–regardless of the consequences.
3. Always do what’s right and fair. Remember, the more you actually accomplish, the louder your critics become. You’ve got to learn to ignore your critics. You’ve got to continue to do what you think is right. You’ve got to maintain your integrity.
4. Determine your goal, develop a plan to reach that goal, and then act. Don’t procrastinate.
5. Make sure everybody who ought to know what you’re doing knows what you’re doing. Communicate.
6. Don’t hesitate to deliver bad news. There is always time to salvage things. There is always time to fix things. Henry Kissinger said that anything that can be revealed eventually should be revealed immediately.
7. Last, be willing to do whatever it takes to get your job done. If you’ve got a job that you don’t love enough to do what it takes to get your job done, then quit and get one that you do love, and then make a difference.
What do you think: Would Gary Earl Johnson be the right person to lead America (and the world)?