Sonntag, 21. April 2013

Warum ich mich von Foren verabschiedet habe

Vor einigen Wochen habe ich mich aus zwei Foren zurückgezogen, die ich davor öfters frequentiert habe. Der Grund war in beiden Fällen derselbe: Streitigkeiten mit anderen Forenteilnehmern aufgrund von weltanschaulichen Differenzen. Im einen Forum diskutierten wir über meine politischen Ansichten (siehe meine Homepage), und dem Mitdiskutanten stieß vor allem meine Forderung nach einer Abschaffung der Bildungspflicht sauer auf; außerdem wollte er das von mir geforderte Recht auf Selbstverwirklichung nicht akzeptieren. Das entwickelte sich dann zu einer Diskussion auf persönlicher Ebene, in der er mir zum Vorwurf machte, dass ich schon so lange studiere und nicht arbeiten gehe. Im anderen Forum war es ähnlich, dort bezeichnete einer meinen Lebensstil als "Sozialismus pur" (was nicht stimmt - er hat eine völlig falsche, naive Vorstellung vom Sozialismus!). Ich gehe davon aus, dass diese Leute eifersüchtig sind, weil sie selbst nicht so nette Eltern hatten/haben wie ich. Was mich jedoch am meisten wurmt ist die mangelnde Anerkennung für meine zahlreichen nichtkommerziellen und ehrenamtlichen Aktivitäten, denn ich bin der Meinung, dass freiwillig erbrachte Leistungen höher zu werten seien als Leistungen, die man (im Beruf) erbringen muss.

Donnerstag, 18. April 2013

Der beste Persönlichkeitstest

Viele Persönlichkeitstests im Internet basieren auf der Theorie von C.G. Jung. Das Problem: Diese Theorie ist falsch. Jung unterscheidet 16 verschiedene Typen, die sich voneinander durch die Ausprägungsgrade der acht psychischen Funktionen unterscheiden. In Wirklichkeit aber gibt es noch viel mehr als 16 Typen. Aus diesem Grund halte ich den Test auf www.keys2cognition.com für den besten Persönlichkeitstest von allen. Anstatt nur einen Typ zu ermitteln, misst er die Ausprägungsgrade sämtlicher Funktionen und gibt einem somit ein genaueres Bild von seinen Stärken und Schwächen als es gewöhnliche auf Jung basierende Tests tun.

Die acht psychischen Funktionen:

Introvertiertes Fühlen: Überprüfen, ob das Erlebte oder Erfahrene (etwa die Ansichten einer anderen Person) mit den eigenen Vorstellungen und Werten übereinstimmen.
Extravertiertes Fühlen: Mit anderen Personen Mitgefühl empfinden und dieses zeigen.
Introvertiertes Denken: Probleme logisch analysieren bzw. allgemein nachdenken.
Extravertiertes Denken: Logisch handeln, vernünftige Entscheidungen treffen, Probleme lösen.
Introvertierte Intuition: Verschiedene Gedanken und Empfindungen miteinander zu neuen Ideen kombinieren.
Extravertierte Intuition: Möglichkeiten erkennen, Vermutungen anstellen, spekulieren.
Introvertierte Sensorik: Sich an Erlebtes und Empfundenes erinnern, Fakten memorieren.
Extravertierte Sensorik: Manuelle Arbeiten verrichten, Sport treiben.

Nach Jung gäbe es bei jedem Typ genau eine dominante und eine auxiliäre Funktion, wobei entweder die dominante oder die auxiliäre Funktion eine rationale Funktion ist und die andere eine irrationale; rationale Funktionen sind Denken und Fühlen, irrationale Funktionen Intuition und Sensorik. Außerdem wäre eine der beiden Funktionen introvertiert und die andere extravertiert. Die Ausprägungsgrade aller übrigen Funktionen würden sich dann je nachdem, welche Funktionen dominant bzw. auxiliär sind, ergeben. Deshalb gibt es nach Jung nur 16 Typen.

Bei mir kamen in diversen Persönlichkeitstests nach Jung verschiedene Typen heraus; nach langer Beschäftigung entschied ich mich, dass der Typ INTP am ehesten zuträfe. Dieser hätte introvertiertes Denken als dominante und extravertierte Intuition als auxiliäre Funktion. Geringer ausgeprägt wären bei diesem Typ introvertierte Sensorik und extravertiertes Fühlen. Alle anderen Funktionen wären quasi nicht vorhanden. Tatsächlich hat der Test von www.keys2cognition.com jedoch gezeigt, dass bei mir nicht nur introvertiertes Denken und extravertierte Intuition stark ausgeprägt sind, sondern auch extravertiertes Denken und introvertiertes Fühlen. Somit trifft keiner der 16 Typen nach Jung auf mich exakt zu, denn diese Kombination kommt bei Jung nicht vor.

Dieser Test sagt meiner Meinung nach mehr als jeder andere Persönlichkeitstest, aber auch mehr als jeder IQ-Test aus. Stark ausgeprägte Denkfähigkeit macht einen beispielsweise für einen Beruf wie Mathematiker oder Philosoph gut geeignet. Für einen handwerklichen Beruf wäre es von Vorteil, wenn die extravertierte Sensorik stark entwickelt wäre. Von einem praktischen Arzt wird erwartet, dass er dem Patient gegenüber Mitgefühl zeigt; wenn das extravertierte Fühlen schwach ausgeprägt ist, ist an der Eignung der Person für den Beruf des praktischen Arztes zu zweifeln.

Ich kann also nur empfehlen, diesen Test zu machen und mehr über die eigenen Stärken und Schwächen zu erfahren.

Mittwoch, 17. April 2013

Mein Weg zur Medizin

Wie kam es überhaupt dazu, dass ich Medizin studiert habe?

Im Prinzip sind meine Eltern daran schuld. Mein Vater wollte selbst Medizin studieren, durfte es aber seinerzeit nicht, obwohl er mit Auszeichnung maturiert hatte. Und meine Mutter träumte, wie viele Mütter, davon, dass ihr Sohn dereinst Arzt sein würde. So behielt ich während meiner ganzen Schulzeit im Hinterkopf, dass ich nach der Matura Medizin studieren würde. Ich akzeptierte das; es führte freilich aber nicht dazu, dass ich mich während meiner Schulzeit besonders für Biologie interessiert oder übermäßig viele Zeitschriftenartikel über medizinische Themen gelesen hätte. Mich interessierten in erster Linie Computer, vor allem Spiele und deren Entwicklung. Von meinem 9. bis zu meinem 15. Lebensjahr verbrachte ich viel Zeit damit, mir Praxis im Programmieren anzueignen. Danach widmete ich mich voll und ganz der redaktionellen Arbeit an meiner elektronischen Zeitschrift, die viel Zeit in Anspruch nahm.

Die meisten Lehrer wussten von meinem Interesse an Computern (freilich ohne genau informiert zu sein, was ich mit Computern so machte). Manche wussten auch, dass angedacht worden war, dass ich später Medizin studieren würde. Insgesamt zwei Jahre lang - ein Jahr lang in Chemie und ein Jahr lang in Biologie - hatte ich eine Lehrerin, deren Tochter selbst Medizin studiert hatte und die offenbar von der Idee, dass ich - dem sie schon im achten Schuljahr ein "universitäres Hirn" attestiert hatte - Medizin studieren würde, sehr angetan war. Aber weder sie noch andere Lehrer, die von meinem Vorhaben, Medizin zu studieren, wussten, kamen jemals auf die Idee, mit mir über meine Motivation für dieses Studium zu sprechen. Denn tatsächlich hatte mich die Medizin nie interessiert, und ich verfügte vor meinem Studium auch nur über ein sehr bescheidenes Wissen über dieses Fach. Das stand in großem Kontrast zur Informatik - davon verstand ich mehr als mein Informatiklehrer. Ich verfügte bereits vor dem Informatikstudium nicht nur über Programmierpraxis (was ja letzten Endes doch das Wichtigste ist), sondern auch über Kenntnisse der theoretischen Informatik. Vor allem hatte ich einen guten Überblick über die Inhalte des Informatikstudiums und wusste Bescheid, was mich erwarten würde. Vom Medizinstudium kannte ich hingegen nur die Namen der Prüfungsfächer, die mich noch dazu wenig begeisterten - vor allem von Anatomie, Pathologie, Chirurgie und ähnlichen, eher morphologisch orientierten Fächern erwartete ich mir viel Lernarbeit ohne echten Erkenntnisgewinn, weil es in diesen Fächern ja nicht um Verständnis, sondern nur um reines Faktenwissen geht.

So kam es, dass ich, je näher die Matura kam, umso mehr am Vorhaben meiner Eltern, mich Medizin studieren zu lassen, zweifelte. Würde ein Informatikstudium nicht eher meinen eigenen Interessen und Fähigkeiten entsprechen? Schließlich entschied ich mich: Ich würde nach der Matura Informatik studieren. Das sagte ich auch dem Direktor der Schule, als er mich bei der Zeugnisüberreichung nach meinen Zukunftsplänen fragte.

Aber es kam anders. Schuld daran ist, dass ich nach der Maturareise eine mehrere Monate lang andauernde depressive Phase hatte, in der ich an meinen Fähigkeiten zweifelte. Ich warf mir vor, mich in den letzten Jahren zu sehr auf redaktionelle Arbeiten beschränkt und zu wenig Programmiererfahrung gesammelt zu haben. Daher vermutete ich, im Studium vor allem gegenüber HTL-Absolventen im Nachteil zu sein. Diese Befürchtungen sollten sich letzten Endes zwar als substanzlos herausstellen, aber damals wusste ich es eben nicht besser. Jedenfalls ließ ich mich dann von meinen Eltern überreden, Medizin zu inskribieren. Widerstandslos ging ich zur Uni und schrieb mich ein. Zwar gab es jede Menge "rationaler" Gründe, die für ein Medizinstudium sprachen. Dennoch war meine Entscheidung nicht auf das sorgfältige Abwägen von Argumenten und Gegenargumenten gegründet, sondern es handelte sich im Prinzip um das Aufgeben meiner Selbst als Persönlichkeit.