Donnerstag, 21. August 2014

Wissenschaftstheorie

Wissenschaft erhebt den Anspruch, Wahrheiten herauszufinden. Dabei bedient sie sich der wissenschaftlichen Methode. Wie diese auszusehen habe, war in den vergangenen Jahrhunderten ein Thema, über das sich vor allem Philosophen Gedanken gemacht haben.

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder stellt man eine Vermutung an und überprüft sie im Experiment. Oder man führt ein Experiment durch und macht sich Gedanken darüber, wie das Ergebnis dieses Experiments zu erklären sei.

Der erste Weg entspricht dem, was Karl Popper in seinem berühmten Werk "Logik der Forschung" vorgeschlagen hat. Der zweite Weg ist genau das, was heute mit "Big Data" gemacht wird.

Auch wenn man Popper schätzt, muss man doch zugeben, dass seine Methode, Vermutungen anzustellen und durch Experimente zu versuchen, diese zu widerlegen, sehr ineffizient ist. Man gelangt auf diese Weise immer wieder zu der Erkenntnis "So geht es nicht", man wird aber schwerlich herausfinden, wie es geht.

Es ist auch anzunehmen, dass sich der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn in der Realität nicht so ereignet haben wird, wie Popper sich das vorgestellt hat. Isaac Newton wird sein Gravitationsgesetz wohl kaum durch Versuch und Irrtum entdeckt haben. Vielmehr wird er eine Beobachtung angestellt und versucht haben, diese durch eine mathematische Formel zu erklären.

Es ist einfach ein Grundproblem der Wissenschaft, dass sie nicht in der Lage ist, darüber Gewissheit zu erlangen, dass die durch ihre Methode gewonnenen Erkenntnisse wahr sind.

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