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Intelligenz und Intellektualität

Im österreichischen Mensa-Forum gab es unlängst wieder eine Diskussion, die mich an der Aussagekraft von Intelligenztests zweifeln ließ, beziehungsweise daran, dass es ausreicht, dass eine Person einen IQ von etwas mehr als 130 hat, um sie als intelligent zu betrachten. Mein Gegner in der Diskussion, ein älterer Herr, ungefähr so alt wie mein Vater, warf mir vor, stur auf meinem Standpunkt zu verharren und nicht seine Ansichten, die er für die einzig richtigen hielt, zu übernehmen. Auf die Idee, dass man den Vorwurf, stur zu sein, auch ihm machen könnte, ist er anscheinend nicht gekommen. Ich selbst finde es durchaus in Ordnung, wenn jemand eine andere Meinung hat; aber mein Gegner hat seine Ansichten ja nicht nur als seine persönliche Meinung präsentiert, sondern als die absolute Wahrheit. Was ich im übrigen mit meinen Ansichten nicht getan habe. So gesehen, sollte er den Vorwurf, den er mir gemacht hat, eigentlich eher an sich selbst richten. In der Diskussion ging es vor allem um de

Freiheit und Gleichheit

In Rahims interessantem Büchlein über den Orient wird auch Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn zitiert, dessen Werke mir reizvoll genug erscheinen, um sich mit ihnen näher zu beschäftigen. Kuehnelt-Leddihn, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bezeichnete sich selbst als "katholischen, rechtsradikalen Liberalen" und meinte damit vor allem, dass er gegen jede Form von Kollektivismus eingestellt sei, also gegen Sozialismus, Nationalsozialismus und Faschismus. Aber auch der Demokratie gegenüber war er kritisch, denn er betrachtete sie als eine Vorstufe dieser kollektivistischen Regierungsformen und als selbst inhärent totalitär. Sicher muss sein Schaffen unter dem Aspekt analysiert werden, dass er noch in der Zeit der Monarchie aufgewachsen ist und den Verlust alter Adelsprivilegien als schmerzhaft empfunden hat. Aber seine Ansichten sind dennoch interessant genug, um sich zu fragen, ob sie zutreffend sein könnten. Er meinte jedenfalls, dass Freiheit und Gleichheit einander entg

Der letzte liberale Edelmann

Ich habe Jörg Guido Hülsmanns umfangreiche Mises-Biografie "The Last Knight of Liberalism" kurz angelesen, vor allem um festzustellen, welche Gemeinsamkeiten es zwischen Mises' Leben und meinem eigenen bisherigen Werdegang gibt. Dabei habe ich doch Einiges gefunden, das uns verbindet. Hier einige Zitate und Anmerkungen. Mises wurde 1881 geboren, also ungefähr 100 Jahre vor mir. Er besuchte das Gymnasium in Wien, was ich, hundert Jahre nach ihm, ebenfalls getan habe. Hülsmann behauptet, die heutigen Schulen wären mit den Schulen zu Mises' Zeiten nicht vergleichbar. Damals seien die Anforderungen höher gewesen, und die an Gymnasien unterrichtenden Personen seien eher mit Universitätsprofessoren als mit den heutigen Lehrern vergleichbar gewesen. Wenn ich mir aber durchlese, was Hülsmann über die Schulzeit Mises' schreibt, dann muss ich sagen, dass mich vieles an meine eigene Schulzeit erinnert. Zitat Seite 33: "While at the Akademischen Gymnasium, Mises read Cae

Guten Tag und Grüß Gott

Früher glaubte ich, "Guten Tag" und "Grüß Gott" würden das gleiche bedeuten und es wäre egal, welchen Gruß man verwendet. Durch den Artikel über die österreichische Gesellschaft, der vor kurzem in der FAZ veröffentlicht wurde, wurde ich nun eines Besseren belehrt. Hier in diesem Zusammenhang zwei interessante Begegnungen, die ich kürzlich gemacht habe. In einer Arztpraxis: Rezeptionistin: Grüß Gott! Ich: Guten Tag! Rezeptionistin: Grüß Gott! Beim Institut für Wertewirtschaft: Rezeptionist: Grüß Gott! Ich: Guten Tag! Rezeptionist: Guten Tag! Ich glaube, das sagt alles... Die Arztpraxis liegt in einem Nobelviertel Wiens, und die Leute dort sind nicht ohne Grund sehr konservativ eingestellt. Das Institut für Wertewirtschaft ist hingegen liberal, sie nehmen es nicht so eng. Allerdings grüßen sie vermutlich defaultmäßig mit "Grüß Gott", weil die meisten Kunden als wirtschaftsliberal orientierte Menschen eher der ÖVP als der SPÖ nahe stehen.

Wenn ich Professor wäre...

Wie schon öfter gesagt, wäre mein absoluter Traumberuf Universitätsprofessor. Dazu braucht man aber mehr als ein Doktorat; vor allem müsste ich ein Institut finden, das mich als wissenschaftlichen Mitarbeiter akzeptiert, damit ich mich nach Jahren harter Arbeit endlich habilitieren kann. Meine Lieblingsfächer im Medizinstudium waren jedenfalls Biochemie und Genetik, und wenn ich Professor wäre, dann wäre ich es am liebsten für diese Fächer. Ich habe mir überlegt, wie ich prüfen würde (das würde mich genauso reizen, wie Vorlesungen zu <p> Ich würde mündlich prüfen und fünf Fragen stellen, eine zu jedem der folgenden Themengebiete: 1. Stoffwechselzyklen 2. Zellbiologische Grundlagen 3. Molekulargenetik 4. Populationsgenetik / Erbgänge 5. Humangenetik / Erbkrankheiten Hier eine kleine Fragensammlung: 1. Stoffwechselzyklen - Zitratzyklus - Harnstoffzyklus - Glykolyse / Glukoneogenese - Pentosephosphatweg - Atmungskette - Lipolyse / Lipogenese (Beta-Oxidation) - Porphyrin-Biosynthese

Ein letztes Mal: IQ-Tests

Da ich nun Diplom-Ingenieur und Doktor der Medizin bin, habe ich keinen Bedarf mehr, Intelligenztests zu machen, um mich selbst zu bestätigen. Ich habe zwei anspruchsvolle Studien abgeschlossen, das ist schon Bestätigung genug. Aber nun ein letztes Posting über meine kognitive Begabung. Ich habe jetzt eine Liste der wichtigsten Tests erstellt, die ich in den vergangenen Jahren gemacht habe. Die meisten sind Online-Tests gewesen. Ich werde noch kurz auf jeden einzelnen Test eingehen. Hier sind jedenfalls meine Resultate: * 3SmartCubes: 156 * C-09: 142 * CCAT: 142 * CFIT: 142 * ENNDT: 172 * Gigi Pro: 144 * GIQ2: 143 * iq-test.cc: 149 * IQ Test Labs (intelligencetest.com): 154 * IQTestClub.com: 154 * Lux25: 152 * Mathema: 155 * MCST40: 144 * NIT Form I: 153 * Numerus Basic: 152 * SLSE I: 140 * Tensa Admission Test: 152 * World Intelligence Test: 157 Das arithmetische Mittel beträgt (wenn man vom höchsten und vom niedrigsten Wert als "Ausreißern" absieht) c

Loyalität und Brillanz

Vorhin war ich beim Institut für Wertewirtschaft, um mir ein Büchlein abzuholen, das mich interessierte. Dort betreute mich ein junger Mann, Doktorand der Wirtschaftswissenschaften, der offenbar am Institut eine Art Praktikum absolvierte und für verschiedene Routinetätigkeiten, wie eben die Interessentenbetreuung und den Verkauf der Büchlein, zuständig war. Da dachte ich mir: Als Doktorand mit Schwerpunkt "Austrian Economics" (die Schule um Mises, Hayek und Co.) hat man es eigentlich schwer, nach dem Studium einen adäquaten Posten zu finden. Das Institut für Wertewirtschaft ist eines der wenigen mir bekannten Institute hier in Österreich, zu dem seine Ausbildung gut passen würde. In diesem Zusammenhang gingen mir daraufhin folgende Dinge durch den Kopf: Zunächst einmal sei gesagt, dass ich hier vom konkreten Fall abstrahiere. Ich kenne den Mann nicht so gut, dass ich eine Aussage über seine Begabungen machen könnte. Ich weiß nur, dass der Gründer des Instituts für Wertewirtsc

Die Naivität der "Wunderkinder"

Zumindest in den Medien wird es als erstrebens- beziehungsweise bewundernswert dargestellt, seine Ausbildung schnell abzuschließen und schon in sehr jungen Jahren als Akademiker arbeiten zu gehen. Deswegen erregen von den zahlreichen Hochbegabten, die es gibt, vor allem "Wunderkinder" wie Marian Kogler besondere Aufmerksamkeit. Marian hat die Matura mit 15 gemacht, mit 16 war er (da er schon während der Schulzeit mit dem Studium angefangen hatte) Bachelor und mit 17 Diplom-Ingenieur, der jüngste Österreichs. Aber als er danach an der TU Wien sein Doktoratsstudium betrieb, wurde er nach kurzer Zeit von den Professoren hinausgeekelt; jetzt ist er in (Ost-)Deutschland. Manche Leute werden vielleicht den Wiener Professoren Vorwürfe machen: Wie kann man denn ein solches Wunderkind nicht in seiner Arbeitsgruppe haben wollen? Wer Marian aber kennt, kann das durchaus nachvollziehen. Und ich nehme an, er steht nur exemplarisch für viele "Wunderkinder" dieser Art. Es genügt e